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Abb. 3.8.1. Baustoffe/Mörtel ‣SVG |
Der erste Schritt der Herstellung aller Mörtel ist damit das Kalkbrennen bei 1000oC
⚗ Brennen von Marmor (=Kalk=Kreide), basische Reaktion des Produktes (36MB|MP4|H264) |
Im Versuch zeigen wir den gesamten 'Kreislauf' (rotes Feld in Abb. 3.8.1.) des Kalkbrennens, Löschens des gebrannten Kalks und schliesslich der sehr langsamen Aushärtung wieder zu 'Kalkstein'. |
⚗ Herstellung von Gipsnadeln (unter dem Mikroskop) |
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In Abbildung 3.8.2. (oben links) ist die Zusammensetzung im Brennofen in Abhängigkeit von der Brenntemperatur dargestellt. Im Einzelnen laufen die folgenden Prozesse ab:
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Abb. 3.8.2. Klinkerherstellung (oben) und Phasenentwicklung beim Ansteifen und Aushärten von Portlandzement (unten) (Details s. Text) ‣SVG |
Der eigentliche Zement wird dann durch Mischung des Klinkers mit Gips, Wasser und Sand erhalten. Portlandzement besteht z.B. aus Ca2[SiO4] (C2S, 'Belit') und Ca3[SiO4](O) (C3S, 'Alit') (beides Inselsilicate, s. die Strukturen in Abb. 3.8.3.) im Verhältnis 1:2. Unter Beton versteht man Zement, der mit Kies oder Schotter versetzt ist.
Auch hier wieder (vgl. Abb. 3.8.2.) einige Details zu den (zeitabhängig) ablaufenden chemischen Reaktionen:
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Abb. 3.8.4. Kristallstruktur von Ettringit Ca6Al2(SO4)3(OH)3(H2O)27 = [Ca3Al(OH)6(H2O)12]2(SO4)3 * 3 H2O (rote Kugeln: Oxid-Ionen; rote Polyeder: Sulfat-Ionen; gelbe Polyeder: Ca2+-Koordinationspolyeder; grüne Polyeder: Al-Koordinationspolyeder). Man erkennt die kationischen Säulen aus den Al/Ca-Koordinationspolyedern entlang der trigonalen c-Achse, die auch der Nadelachse der Kristalle entspricht. ‣VRML |
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Abb. 3.8.5. Elektronenmikroskopische Aufnahmen
von Ettringit-Nadeln (links) und Portlandit [Ca(OH)2] (rechts). (Aufnahmen: Dr. Michael Schwarz) |
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Abb. 3.8.6. Übersicht CSH-Phasen ‣SVG |
Durch die Hydrolyse einer Mischung der Inselsilicate C2S und C3S wird zuerst das Gebiet der amorphen CSH-II-Phasen erreicht (gelbes Sechseck in Abb. 3.8.5). Später scheidet sich Calciumhydroxid (Portlandit) aus (s.o.) und es bleiben CSH-I-Phasen zurück, die ebenfalls amorph sind. Die dicht benachbarten kristallinen Tobermorite (z.B. 10: grün, oder Nr. 13 in Abb. 3.8.7.) geben Hinweise auf die im amorphen Beton vorliegenden Silicat-Bauverbände: Die Tetraeder sind also entweder mit zwei oder mit drei weiteren Silicattetraedern verknüpft; es entstehen Silicat-Teilverbände, die zwischen Ketten- und Bandsilicaten liegen. Dazu ist in Abbildung 3.8.7. als Beispiel die Struktur von Clinotobermorit, Ca5[Si6O17](H2O)5, (Nr. 13 in Abb. 3.8.6.) gezeigt.
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Abb. 3.8.7. Kristallstruktur von Clinotobermorit C5S6H5, Ca5[Si6O17](H2O)5 (Nr. 13 in Abb. 3.8.6) in zwei verschiedenen Ansichten (rote Kugeln: Oxid-Ionen; dunkelrote Kugeln: O-Atome von Wassermolekülen; graue Polyeder: Silicat-Tetraeder; gelbe Kugeln: Ca2+-Ionen; gelbe Polyeder: Ca-Koordinationspolyeder). ‣VRML |
Und hier noch zwei Erklär-Videos zum Zement-ABC (Sondervideos zum Corona-Semester SS 2021)
✍ Teil I: Vom Kalk zum Zementklinker (91MB|MP4|H264) |
✍ Teil II: Vom Zementklinker zum fertigen Beton (120MB|MP4|H264) |
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